Was füttert man einem Hund: Grundlagen ohne Markenwerbung
Keine Frage ist so von Marketing überlagert wie „was soll ich füttern“. Hier die Basis, die von keiner Marke abhängt.
Aktualisiert: 16. August 2026
Vorab: Markennamen wird es hier nicht geben. Das richtige Futter ist das, welches zu Ihrem konkreten Hund passt — nach Alter, Größe, Aktivität und Gesundheit —, und das kann nur Ihre Tierarztpraxis beurteilen. Die allgemeinen Prinzipien sind jedoch für alle gleich.
Trockenfutter oder selbst zubereitet
Beide Wege funktionieren. Die Wahl hängt vor allem von Ihrem Alltag ab, nicht von „richtig“ oder „falsch“.
- Fertigfutter: vom Hersteller ausbalanciert, leicht zu portionieren, reisetauglich, lange haltbar. Nachteil: Sie kontrollieren die Zusammensetzung nicht selbst.
- Selbst zubereitet: Sie sehen genau, was der Hund frisst. Nachteil: Die Ration selbst auszubalancieren ist schwierig, und hier passieren die meisten Fehler. Ein Kalziummangel oder Proteinüberschuss ist mit bloßem Auge unsichtbar, die Folgen zeigen sich Monate später.
Wichtig
Am schlechtesten ist es, Trockenfutter und Selbstgekochtes wahllos „zur Abwechslung“ zu mischen. Das stört die Balance beider Systeme und endet meist in Verdauungsproblemen oder Übergewicht.
Wenn Sie selbst zubereiten wollen, sollte der Plan von einer tierärztlichen Ernährungsberatung kommen. Das ist keine Formalität: Nach Augenmaß lässt sich eine Ration auch mit guten Zutaten nicht ausbalancieren.
Wie oft am Tag
- Welpen unter 4 Monaten — 4 Mahlzeiten täglich.
- 4–6 Monate — 3 Mahlzeiten.
- 6 Monate bis 1 Jahr — 2–3 Mahlzeiten.
- Erwachsener Hund — zweimal täglich, morgens und abends.
- Ältere Hunde — oft angenehmer mit 2–3 kleineren Portionen.
Einmal tägliches Füttern erwachsener Hunde ist verbreitet, aber nicht ideal: Eine große Menge auf einmal erhöht das Risiko für Magenprobleme, besonders bei großen Rassen mit tiefem Brustkorb.
Verbotene Lebensmittel
Diese Liste sollte man auswendig kennen — sie rettet Leben.
- Schokolade und Kakao — giftig, je dunkler desto gefährlicher.
- Xylit (Süßstoff in Kaugummi, Süßigkeiten, manchen Nussmusen) — schon in kleinsten Mengen hochgiftig.
- Weintrauben und Rosinen — können akutes Nierenversagen auslösen.
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch — zerstören rote Blutkörperchen, mit kumulativer Wirkung.
- Alkohol, Kaffee, Energydrinks.
- Röhrenknochen, besonders gekocht — sie splittern und verletzen den Darm.
- Salziges, Geräuchertes, Scharfes, Frittiertes, Gebäck.
- Aprikosen-, Pfirsich- und Kirschkerne; rohe Pilze; Avocado.
Tipp
Hat der Hund etwas davon gefressen, rufen Sie sofort eine Klinik an, ohne auf Symptome zu warten. Menge und Zeitpunkt sind dabei entscheidende Informationen.
Warum Füttern vom Tisch schadet
Es geht nicht nur um schädliche Zutaten. Ein Hund, der vom Tisch gefüttert wird, lernt, dass am Tisch Interessantes passiert — und beginnt zu betteln, zu bellen, Gäste anzuspringen. Dieses Verhalten entsteht in einer Woche und braucht Monate, um wieder zu verschwinden. Zudem macht es Portionskontrolle unmöglich, und Übergewicht ist bei Hunden heute weit häufiger als Unterernährung.
Woran man ein gutes Gewicht erkennt
Nicht an einer Zahl auf der Waage, sondern durch Tasten und Ansehen:
- Die Rippen sind ohne Druck zu ertasten, treten aber nicht sichtbar hervor.
- Von oben ist eine Taille erkennbar — eine Einbuchtung hinter den Rippen.
- Von der Seite ist der Bauch aufgezogen, nicht gerade durchgehend.
Fehlt die Taille, muss die Portion kleiner werden — nicht „lassen wir es, sie leidet ja nicht“. Übergewicht verkürzt das Leben und belastet die Gelenke.
Futterwechsel
Nur schrittweise über 7–10 Tage: erst 25 % neu, dann die Hälfte, dann 75 %, dann ganz. Ein abrupter Wechsel führt fast sicher zu Durchfall — und für ein Tier, das gerade aus dem Tierheim kommt und ohnehin gestresst ist, ist das eine doppelte Belastung. Behalten Sie in den ersten zwei Wochen das Futter aus dem Tierheim bei.
Wasser
Frisches Wasser muss rund um die Uhr verfügbar sein — das ist nicht weniger wichtig als Futter. Eine plötzliche Änderung der Trinkmenge ist eines der frühesten Warnsignale für Gesundheitsprobleme, deshalb lohnt es sich, die normale Menge Ihres Hundes ungefähr zu kennen.
In unserem Tierheim leben über 1000 Hunde und 200 Katzen
Jedes von ihnen wartet auf seinen Menschen. Vielleicht auf Sie.
Unsere Partner
Apps für das Training mit Ihrem Tier
Unsere Partner von Zorya Tech Studio haben zwei kostenlose Android-Apps mit kurzen Tageslektionen auf Basis positiver Verstärkung entwickelt. Sie funktionieren offline und ohne Konto.

Hundetraining-Karten
Grundkommandos und gute Gewohnheiten in 5 Minuten am Tag: Schritt-für-Schritt-Karten, Übungstimer mit Clicker, Fortschrittsverfolgung.
In Google Play öffnen
Katzentraining & Verhalten
Katzenverhalten verstehen und sanft trainieren: Clicker-Grundlagen, Rückruf, Entspannung in der Transportbox, Kratzbaum-Gewohnheiten, Spielrituale.
In Google Play öffnenDas ist keine bezahlte Werbung — einfach nützliche kostenlose Apps von Menschen, die das Tierheim unterstützen.
Weiterlesen
Dieser Artikel kann jemandem helfen — bitte teilen Sie ihn