Was füttert man einer Katze: warum Wasser wichtiger ist als gedacht
Eine Katze ist ein obligater Fleischfresser, ihr Körper funktioniert anders als der eines Hundes. Deshalb greifen Hunde-Ratschläge hier nicht.
Aktualisiert: 16. August 2026
Der zentrale Unterschied: Die Katze ist ein obligater Fleischfresser. Manche lebenswichtigen Stoffe, besonders Taurin, kann sie nur aus tierischer Nahrung aufnehmen und nicht selbst bilden. Deshalb ist vegetarische Ernährung für Katzen gefährlich, und Hundefutter ist grundsätzlich ungeeignet: Es enthält schlicht nicht, was eine Katze in welcher Menge braucht.
Wichtig
Füttern Sie einer Katze niemals dauerhaft Hundefutter. Ein einmaliges Versehen ist kein Drama, aber systematische Fütterung führt zu Taurinmangel, dessen Folgen — Herz- und Sehprobleme — oft irreversibel sind.
Wasser: das zentrale Thema
Die Vorfahren der Hauskatze lebten in trockenem Klima und deckten ihren Flüssigkeitsbedarf fast vollständig über die Beute. Deshalb ist der Durstantrieb bei Katzen schwach ausgeprägt: Sie gleichen physiologisch nicht aus, was das Futter nicht liefert. Bei Trockenfutter entsteht so ein chronisches Flüssigkeitsdefizit, und das ist einer der Faktoren für Harnwegsprobleme — den häufigsten Grund für Tierarztbesuche mit Katzen.
- Stellen Sie mehrere Wassernäpfe in verschiedenen Zimmern auf.
- Wasser getrennt vom Futter. Katzen meiden instinktiv das Trinken am Fressplatz.
- Breiter, flacher Napf — die Schnurrhaare sollen die Ränder nicht berühren.
- Viele Katzen trinken deutlich lieber aus fließendem Wasser. Ein Trinkbrunnen erhöht die Menge tatsächlich.
- Nassfutter ist der einfachste Weg, Flüssigkeit in die Ration zu bringen.
Tipp
Bei Trockenfutter ist die Kombination von Trocken- und Nassfutter desselben Herstellers ein einfacher, funktionierender Kompromiss: Die Balance bleibt erhalten, Flüssigkeit kommt hinzu.
Wie viele Mahlzeiten am Tag
In der Natur fressen Katzen häufig und wenig — bis zu zehn kleine Portionen täglich. Daher:
- Kitten — 4–5 kleine Mahlzeiten täglich.
- Erwachsene Katze — 2–4 Mahlzeiten.
- Trockenfutter für den ganzen Tag hinzustellen ist möglich, erfordert aber genauere Gewichtskontrolle: Viele Katzen fressen bei freiem Zugang zu viel.
Und wichtig: Eine Katze darf nicht einmal einen Tag hungern. Anders als bei Hunden kann längere Futterverweigerung bei Katzen schwere Leberschäden auslösen. Mehr als 24 Stunden ohne Futter sind ein Grund für den Tierarztbesuch, besonders bei übergewichtigen Katzen.
Verbotene Lebensmittel
- Zwiebeln und Knoblauch — auch in Fertiggerichten.
- Schokolade, Kaffee.
- Weintrauben und Rosinen.
- Alkohol.
- Große Mengen rohen Fisch — er zerstört Thiamin.
- Knochen, besonders Röhrenknochen und gekochte.
- Salziges, Geräuchertes, Wurst, Konserven für Menschen.
- Humanmedikamente in jeder Form. Paracetamol ist für Katzen schon in minimaler Dosis tödlich giftig.
Zum Thema Milch
Das klassische Bild der Katze mit dem Schälchen Milch ist ein schädlicher Mythos. Die meisten erwachsenen Katzen vertragen keine Laktose, Kuhmilch verursacht bei ihnen Verdauungsprobleme. Kitten brauchen Muttermilch oder einen geeigneten Ersatz, keine Kuhmilch.
Übergewicht
Bei Wohnungskatzen sehr verbreitet, besonders nach der Kastration: Der Kalorienbedarf sinkt um etwa ein Viertel, die Portion bleibt gleich.
- Berechnen Sie die Menge nach Körpergewicht statt nach Augenmaß — und rechnen Sie nach der Kastration neu.
- Zeichen für gutes Gewicht: Rippen unter dem Fell tastbar, von oben eine Taille sichtbar, kein hängender Bauch.
- Abnehmen muss langsam gehen. Rascher Gewichtsverlust ist gefährlicher als das Übergewicht selbst — auch er kann die Leber schädigen.
- Tägliches Jagdspiel ist keine Unterhaltung, sondern Teil der Gewichtskontrolle. Zweimal 10 Minuten mit der Katzenangel wirken besser als jeder „Diätnapf“.
Futterwechsel
Katzen sind konservativer als Hunde: Viele verweigern Neues schlicht. Wechseln Sie über 7–10 Tage, indem Sie das neue Futter unter das alte mischen. Frisst die Katze demonstrativ nicht, warten Sie nicht ab, „bis sie hungrig genug ist“ — diese Taktik ist bei Katzen gefährlich. Gehen Sie einen Schritt zurück und mischen Sie langsamer.
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